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Was Frachtunternehmen bei der Nutzung von E-Lkw beachten sollten

Info 19.02.2019

Der Umstieg auf Elektrofahrzeuge ist kaum aufzuhalten und Frachtunternehmen sehen sich gerade besonders mit dieser Entscheidung konfrontiert. Denn wenn es ihnen nicht mehr möglich ist, selbst Kleintransporter durch Innenstädte oder gar über einzelne Autobahnen zu schicken, ist dies alles andere, als gut für das Geschäft. Auf der anderen Seite ist der Umstieg nicht so einfach, denn bei Elektro-Lkw muss mehr beachtet werden, als die frühere Frage nach dem Benziner oder Diesel. Dieser Artikel schaut sich das Thema einmal genauer an und zeigt auf, welche Möglichkeiten bestehen und wo es noch Probleme geben könnte.

LKW-Autobahn

Abbildung 1: Bis die Mehrzahl der Lkws auf den Straßen einen Elektroantrieb hat, wird es wohl noch dauern. Trotzdem sind gute Ansätze zu erkennen.

Welche Größe ist erforderlich?
Welche Größe für ein Frachtunternehmen erforderlich ist, hängt freilich von der Art des Unternehmens ab. Grundsätzlich haben diejenigen Betriebe die größte Auswahl, die sich im Rahmen des typischen »Postautos« und der Kleinlieferwagen bewegen. Hier gibt es schon viele Elektrofahrzeuge, zudem sind die Streckenverläufe oft regional, sodass das typische Reichweitenproblem der Akkus nur eine untergeordnete Rolle spielt. Das Fahrzeug befindet sich abends wieder auf dem Betriebshof und kann über Nacht mühelos geladen werden. Etwas anders sieht es bei echten Lkw aus, obgleich sich hier schon vieles getan hat und immer neue Möglichkeiten geprüft und etabliert werden. Immer mehr typische Lkw-Hersteller springen auf den elektrischen Zug auf, so dass sich die Auswahl vergrößert. Einige Möglichkeiten im Überblick:

  • Tesla – Tesla kommt im kommenden Jahr mit einem Lkw auf die Spur, der bis zu 800 Kilometer mit einer Ladung schaffen soll. Mercedes – hier werden es wohl zwei Modelle sein, jedoch legt der Hersteller das Hauptaugenmerk auf regionale Transporte. Daher wird die Reichweite wohl nur 200 Kilometer betragen. Bislang sind nur Testfahrzeuge unterwegs, in Serie geht der eActros 2021.
  • Volvo Trucks – die Lkw-Sparte von Volvo testet zwei E-Lkw, von denen einer ein Gesamtgewicht von 16 Tonnen haben soll und 2019 in Serie geht. Auch hier wird der regionale Raum besonders abgedeckt, da die Reichweite bis zu 300 Kilometer beträgt. Das Fahrzeug soll überwiegend andere Frachten übernehmen: Müll oder Lieferung innerhalb von Städten. Das zweite Modell ist größer ausgelegt.

Bislang sind natürlich die Kosten der Fahrzeuge ein Problem, da sie deutlich über denen normaler Lkw liegen. Experten vermuten aber, dass bis 2025 die Anschaffungskosten massiv sinken, während gleichzeitig die Leistung der Fahrzeuge steigt. Flitzig und günstig sieht es längst bei den Kleintransportern aus:

  • StreetScooter – mit diesem Modell ist die Deutsche Post seit längerer Zeit unterwegs. Dieses Fahrzeug gibt es in zwei Varianten, wie jeder sicher schon einmal live sehen konnte. Mittlerweile können auch Fremdbetriebe diese Fahrzeuge samt Ladestation und einem Bonus kaufen.
  • Daimler/Fuso – der in Japan gebaute vollelektrische Lkw gehört zu den Kleinlastern und fährt in Japan schon kräftig. Mit bis zu dreieinhalb Tonnen Nutzlast eignet er sich bestens für den städtischen Transport. Er wird künftig mit individuellen Batteriesätzen in Serie gehen, sodass Unternehmen selbst entscheiden können, welche Leistung, Reichweite und vor allem welchen Preis sie wünschen.

Gibt es staatliche Förderungen?
Tatsächlich können Frachtunternehmen, die die Flotte ganz oder teilweise auf E-Fahrzeuge umstellen, von einem Umweltbonus profitieren. Finanziell gibt es gleich mehrere Gründe für den Umstieg:

  • Maut – E-Lkw werden von der Lkw-Maut ausgenommen. Der Transport wird daher ungemein günstiger.
  • Kauf – das Bundesverkehrsministerium will Betriebe mit bis zu 40.000 Euro je Fahrzeug bezuschussen, wobei es hier natürlich auf verschiedene Faktoren ankommt.
  • Weitere Förderungen – wer nicht gleich die ganze Flotte auf E-Wagen umstellen möchte, kann auch von Förderungen in anderen Bereichen profitieren. Auch Brennstoffzellen und Erdgasantriebe sind förderfähig.
  • Voraussetzung – die Serienfahrzeuge müssen das Umweltschutzniveau deutlich übersteigen oder zur Förderung des Umweltschutzes beitragen.

Es ist davon auszugehen, dass sich auch im Bereich der Förderungen in den nächsten Jahren noch vieles tun wird, zumal gerade Frachtunternehmen von den Dieselfahrverboten betroffen sind.

Wie lässt sich das Reichweitenproblem lösen?
Ein Problem, welches auch bei den neuen e-Lkw ersichtlich ist, ist die Reichweite. Mit einer Aufladung kommen Transporter schlichtweg nicht so weit, wie mit einer Tankfüllung. Die oben genannten Fahrzeuge beweisen schon, dass Hersteller aktuell eher im regionalen Bereich denken und eher die städtischen Transporte wie Möbellieferungen, Post- und Paketlieferungen oder die Lieferungen des Online- und Versandhandels mit elektrischen Fahrzeugen abdecken. Damit die sauberen Fahrzeuge auch auf den Autobahnen im Fernverkehr eingesetzt werden können, müssen Frachtunternehmen, Hersteller und Politik gemeinsam an Lösungen arbeiten:

  • Frachtunternehmen – sie müssen die Routenplanung überdenken und noch geschickter planen. Die Planung muss künftig auch Aufladestopps miteinbeziehen. Für Fahrer kann dies – gerade bei den schwarzen Schafen der Branche – ein Vorteil sein, da der Aufladestopp auch eine echte Ruhezeit bedeutet.
  • Hersteller – sie müssen nicht nur an den Akkus arbeiten, sondern mit Raststätten und Betreibern von Ladestationen zusammenarbeiten. Gleichzeitig geht es darum, neue Aufladeoptionen zu finden. Längst wird über Oberleitungen nachgedacht und erste Varianten gehen in die Testphase.
  • Politik – Ladestationen, Oberleitungen und ein flächendeckendes Netz an Ladeoptionen müssen gegeben sein. Oberleitungen würden natürlich auch bedeuten, dass Lkw eine eigene Spur auf der Autobahn benötigen.

Mit Sicherheit lässt sich das Reichweitenproblem nicht über Nacht lösen, doch wird sich zumindest die Möglichkeit der Aufladung in den nächsten Jahren massiv verbessern. Hier ist es natürlich wichtig, dass alle Lkw-Rasthöfe über ausreichende Lademöglichkeiten verfügen, da nur so sichergestellt werden kann, dass keine Zeit verloren geht. Denn das ist ebenfalls wichtig: Unternehmen, die auf die Umwelt und ihre Fahrer achtgeben, dürfen beim Faktor Zeit nicht schlechtergestellt werden, als Betriebe, die weder die Umwelt noch ihre Fahrer interessieren.

 

Elektro-Ladestation

 

Abbildung 2: Eine gute Elektroinfrastruktur wird immer wichtiger.

Fazit – ich kleineren Rahmen schon jetzt machbar
Wer als Frachtunternehmen überwiegend in Städten oder in einer eng begrenzten Region tätig ist, kann jetzt schon gut auf E-Lkw umsteigen. Hier hat praktisch die Deutsche Post die Testphase für Unternehmen übernommen, denn die nun allgemein verkäuflichen Fahrzeuge sind schon seit etlicher Zeit auf der Straße. Im Überlandbereich gibt es bislang noch das Problem mit der Reichweite. Hier müssen Unternehmen Touren geschickt planen und Ladestationen mit berücksichtigen, damit dem Lkw nicht auf freier Strecke der Strom ausgeht.

Bildquellen:
Abbildung 1: @ hpgruesen (CC0-Lizenz) / pixabay.com
Abbildung 2: @ AKrebs60 (CC0-Lizenz) / pixabay.com

 

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