Herzlich willkommen, Besucher! [ Registrieren | Login

VCE LOGfair.online LAGERflaeche.de Anzeigen

MPU – Was sind die Konsequenzen?

Beratung & Weiterbildung, Intern 09.03.2020

Wenn ein Fahrer eine MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung) ablegen muss, dann liegt es daran, dass er sich einen schwerwiegenden Verstoß gegen geltendes Gesetz hinterm Steuer geleistet hat. Je nach Schwere des Vorfalls, wird der Führerschein entweder lebenslang oder für einen bestimmten Zeitraum entzogen und für ungültig erklärt. Will die betroffene Person wieder ein Fahrzeug führen, so muss sie zunächst die MPU bestehen.

MPU bei schwerwiegenden Verstößen
Eine MPU ist eine medizinisch-psychologische Untersuchung, die bei Autofahrern dann notwendig wird, wenn Zweifel an deren Verkehrstauglichkeit besteht. Zweifel an der Verkehrstauglichkeit ergeben sich aus schwerwiegenden Verstößen gegen geltendes Gesetz. Auf mpu.tv sind ausführliche Informationen diesbezüglich vorhanden. In der Kurzfassung ist die MPU die Konsequenz aus einer hohen Menge an gesammelten Punkten, Alkohol- oder Drogenmissbrauch hinterm Steuer. Im Bußgeldkatalog ist vermerkt, welche Vergehen wie viele Punkte zur Folge haben und wann eine Entziehung der Fahrerlaubnis erforderlich ist.
Beispiele für Verstöße, die eine Entziehung der Fahrerlaubnis nach sich ziehen, sind die folgenden Vergehen:
• Gefährdendes Fahrverhalten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss
• Fahrt ab 1,6 Promille
• Fahrt unter Einfluss von Koks oder Heroin
• Häufung von Vergehen, die wenige Punkte nach sich ziehen
• Ein oder mehrere Vergehen, die im hohen Punktebereich liegen
Der Gesetzgeber hat einigen Spielraum zur Bewertung. Denn wird beispielsweise bereits unter 1,6 Promille im Blut ein gefährdendes Fahrverhalten festgestellt, dann kann eine MPU angeordnet werden. Bei Drogenkonsumenten unter den Verkehrsteilnehmern ist der Gesetzgeber noch strenger: Es ist sogar möglich, dass Fußgänger unter Drogeneinfluss eine MPU angeordnet bekommen.

MPU = Fahren verboten!
Da eine MPU mit der Entziehung der Fahrerlaubnis einhergeht, ist das Fahren vor Bestehen der Prüfung verboten. Hier ist ein strikter Unterschied zu treffen: Die Entziehung der Fahrerlaubnis ist etwas anderes als ein Fahrverbot. Bei einem Fahrverbot bleibt der Führerschein gültig und wird nach einigen Monaten wieder ausgegeben. Bei der Entziehung einer Fahrerlaubnis hingegen wird der Führerschein ungültig und muss neu beantragt werden, was mit enormen Kosten und einem intensiven Zeitaufwand einhergeht. Dafür ist nicht zuletzt die MPU erforderlich, die dem Zweck dient, zu überprüfen, ob der Fahrer unter medizinischen sowie psychologischen Gesichtspunkten verkehrstauglich ist. Aufgrund der Schwere seines Vergehens wird damit gerechnet, dass der Fahrer eine Gefahr für die Allgemeinheit im Verkehr darstellt. Um dies auszuschließen, erfolgt die medizinisch-psychologische Untersuchung. Berufskraftfahrer dürfen in dieser Phase ebenso wenig ihrem eigentlichen Beruf nachgehen wie Taxi-Fahrer und andere Fahrzeugführer. Sollte der Verstoß derart gravierend gewesen sein, dass der Fahrer als nie verkehrstauglich eingestuft wird, ist sogar die lebenslange Entziehung des Führerscheins möglich.

Essenzielle Vorbereitung
Eine MPU ist deswegen eine enorme Herausforderung, weil der Fahrer die Prüfer vollends von seiner Verkehrstauglichkeit überzeugen muss. Dabei ist die medizinische Komponente bei einer einwandfreien körperlichen Gesundheit noch das geringste Problem. Vielmehr ist die psychologische Untersuchung eine Herausforderung, weil der Psychologe komplett von der Einsicht des Fahrers überzeugt werden muss, dass sein Verhalten fehlerhaft war. In diesem Zusammenhang haben es weniger die Alkohol- und Drogenkonsumenten schwer, zu bestehen, da diese schnelle Einsicht zeigen. Viel eher wird die psychologische Untersuchung bei einer MPU wegen Punkten am meisten herausfordernd, weil Fahrer ihren kleinen Vergehen kaum Bedeutung beimessen. Eine Vorbereitung auf die MPU mit Spezialisten ist daher nahezu unumgänglich. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Verjährungsfrist einer MPU abzuwarten: Wer 10 Jahre wartet und während dieser Zeit nicht fährt, erhält seinen Führerschein aufgrund der Verjährung wieder zurück. Dies kann sich aber kein Berufsfahrer erlauben. Und Privatnutzer eines Fahrzeugs wollen dies meistens ebenfalls nicht.

Weitere Beiträge zun Thema Ordnungswidrigkeit und Fahrerlaubnis:

https://www.transportbranche.de/wissen/fuehrerschein/

https://www.transportbranche.de/wissen/eu-lizenz/

https://www.transportbranche.de/wissen/bussgeld/

Bewerten Sie den Beitrag
[Gesamt: %gesamt% Durchschnitt: %durchschnitt%]

   

768 Aufrufe insgesamt, 2 Heute

  


Antwort hinterlassen

  • Effizientere Logistik durch KI – Was ist in Zukunft möglich?

    von am 25.09.2020 - 0 Kommentare

    Die Einsatzmöglichkeiten, die sich für die Künstliche Intelligenz, kurz KI, ergeben, sind heutzutage äußerst vielfältig. Logistikunternehmen profitieren von der großen Anzahl an neuen Möglichkeiten, die geboten werden. Dennoch kann noch nicht davon gesprochen werden, dass die KI in der Branche angekommen ist. Maschinelles Lernen wird von den wenigsten Unternehmen in der Logistik genutzt. Doch auch  […]

  • IBC Container

    IBC-Container im Transport- und Logistikbereich: Diese Faktoren machen sie unentbehrlich

    von am 15.09.2020 - 0 Kommentare

    Intermediate Bulk Container – kurz: IBC-Container – sind wahre “Alleskönner”, wenn es um den Transport- und Logistikbereich geht. Auch in anderen Segmenten sind Container dieser Art wertvolle “Must-haves”. Sie sind ideal für die Lagerung bzw. die Unterbringung sowie für den Transport von Flüssigkeiten und sogenannten rieselfähigen Substanzen. IBC-Container sind als Großpackmittel seit jeher überaus gefragt […]

  • Outsourcing Transportbranche

    Logistik Outsourcing – Vor- und Nachteile

    von am 08.09.2020 - 0 Kommentare

    Vor einigen Jahren galt das Outsourcing als solches noch als ein reiner Trend. Heute hat sich das Thema etabliert und viele Unternehmen nutzen die Möglichkeit, die mit dem Logistik Outsourcing einhergeht. Insofern ist es wenig verwunderlich, dass immer wieder Fragen zu diesem Punkt aufkommen. Insbesondere im Bereich der Unternehmenssteuerung sowie des betrieblichen Managements ist dies […]

  • schwingungsdämpfung

    Schwingungsdämpfung zur Ladungssicherung

    von am 18.09.2020 - 0 Kommentare

    Erfolgreiche Ladungssicherung in der Transportbranche Die Bewegung von Waren ist die tägliche Aufgabe der Dienstleister in der Logistik. Dabei handelt es sich häufig um Waren, die zerbrechlich sind oder die einen hohen Wert besitzen. Tritt während des Transports ein Defekt auf, steht der Dienstleister für den Schaden ein. Der Abschluss einer Transportversicherung ist nicht verpflichtend. […]

  • Sicher verpackt, heil geliefert

    von am 05.10.2020 - 0 Kommentare

    “Just in Time”, die Lieferung von Waren und Materialien zur richtigen Zeit an den richtigen Ort nimmt im heutigen Wirtschaftsleben eine herausragende Rolle ein. Doch selbst wenn die Logistik reibungslos funktioniert, müssen die transportierten Güter nicht nur im LKW gesichert, sondern auch robust verpackt sein. Bei vielen Produkten ist es sogar nötig, dass sie einzeln, […]