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Berufsunfähigkeitsversicherung & Co. – so können sich Fahrer gegen Risiken absichern

Gastartikel 22.11.2017

Jeden Tag hunderte Kilometer auf Autobahnen unterwegs, bei jedem Wetter und zu jeder Uhrzeit. Immer unter Termindruck und manchmal unterwegs mit schwieriger oder gefährlicher Fracht – Transportfahrer sind regelmäßig vielen Gefahren ausgesetzt. Wer sich gegen Berufsunfähigkeit versichert und auf Sicherheitsregeln achtet, kann sich besser absichern.

Wer im LKW täglich auf der Autobahn unterwegs ist, muss mit vielen Gefahren rechnen


Persönlich absichern gegen Berufsgefahren

LKW-Fahrer sind tagtäglich Risiken ausgesetzt. Gerade Berufskraftfahrer und im Transportwesen Beschäftigte erleben die Gefahren durch den dichten und aufreibenden Straßenverkehr täglich am eigenen Leib. Die Berufsgenossenschaft Verkehr gibt regelmäßig Informationen zum Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz heraus.

Doch nicht immer greifen die Maßnahmen ausnahmslos. Was tun, wenn die beruflichen Belastungen zu einem Arbeitsausfall führen? Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung können sich Arbeitnehmer gegen die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit absichern. Ein Viertel aller Erwerbstätigen wird im Durchschnitt während seiner Berufstätigkeit berufsunfähig.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung fungiert als eine zusätzliche Versicherung zur Erwerbsminderungsrente, die nur unter gewissen Voraussetzungen bezahlt wird. Der Berechnungsmaßstab ist dieser: Die Versicherungssumme sollte circa 80 Prozent vom letzten Nettoeinkommen abdecken. Ist ein Arbeitnehmer körperlich oder auch geistig nicht mehr fähig, seine beruflichen Pflichten auszuüben, braucht er für diese Diagnose ein ärztliches Attest sowie eine negative Zukunftsprognose.

Der Begriff Berufsunfähigkeit wird häufig synonym zur Arbeitsunfähigkeit verwendet. Eine Berufsunfähigkeit geht allerdings über eine, in der Regel krankheitsbedingte, Arbeitsunfähigkeit hinaus und ist andauernder Natur. Der Mindestzeitraum beträgt drei Jahre. Manche Versicherer bieten den Versicherungsschutz schon nach sechs Monaten an. Ein Vergleich daher also durchaus lohnen.

Mit der täglichen Belastung umgehen

Der Beruf eines Kraftfahrers ist gesundheitlich sehr belastend. Stundenlanges Sitzen, stressige Verkehrssituationen, kilometerlange Staus, Termindruck, lange Tag- und Nachtschichten – all diese Faktoren zehren an der physischen wie psychischen Belastung von Fernfahrern. Viele Berufskraftfahrer klagen über Arbeitsüberbelastung, Rückenbeschwerden und soziale Vereinsamung.

Die statistischen Kerndaten einer Online-Untersuchung, die Annika Adler aus Hamm, selbst Frau eines Fernfahrers, anonym für ihre Diplomarbeit ausgewertet hat, sprechen Bände. Gesundheit ist dabei nicht immer rein biomedizinisch zu werten. Die meisten Fahrer leiden vor allem an der sozialen Vereinsamung und der fehlenden Anerkennung. Auch der ständige Termindruck, der Kleinkrieg im Verkehr, Stress mit Disponenten oder Konflikte im Privatleben und mit der Familie zehren an der Gesundheit.

Die Zahl der Fahrer, die Rückenbeschwerden und Bandscheibenschäden angaben, belief sich nach dieser Umfrage auf 41 Prozent. 22 Prozent gaben Übergewicht an. 14 Prozent klagten über Gelenkbeschwerden und 13 Prozent über Stresssymptome. Damit liegen die Arbeitsbelastungen insgesamt deutlich über dem Durchschnitt anderer Berufsgruppen.

Sicherheitsvorschriften sorgen dafür, dass Mensch und Lieferung unfallfrei über die Straßen rollen können.

Bessere Arbeitsbedingungen sind wünschenswert
Die hohe Arbeitsbelastung sowie die mangelnde soziale und finanzielle Anerkennung als Fernkraftfahrer schrecken viele Arbeitnehmer ab, diesen Beruf auszuüben. So sind auch die Verantwortlichen der Branche beim Deutschen Speditions- und Logistikverbandes (DSLV) der Überzeugung, den Job künftig wieder attraktiver gestalten zu wollen. Der Grund: Viele Speditionen haben seit Jahren Probleme, Kraftfahrer zu finden. Rund 30.000 Fahrer gehen jährlich in Rente und es rücken deutlich weniger nach.

Eine Maßnahme ist, die Beiträge zur Gesundheitsversorgung zu steigern und die Arbeitszeiten familienfreundlicher zu gestalten. Ein wichtiges Kriterium ist auch die Bezahlung der Fernkraftfahrer. Im Fernverkehr verdienen die Fahrer im Durchschnitt zwischen 1.800 und 3.000 Euro brutto monatlich, Fahrer in Ostdeutschland oft weniger. Der Verdienst muss laut Verband steigen, um junge Menschen dazu zu animieren, Berufskraftfahrer zu werden.

Gesundheitszentren an der Autobahn?

Eine Idee macht schon seit einigen Jahren die Runde: Ein eigenes Gesundheitszentrum für Kraftfahrer soll den gesundheitlich besonders belasteten Fernkraftfahrern entgegenkommen. Gesundheitszentren sollen dort Abhilfe leisten, wo sie ihrer Zielgruppe am nächsten sind: Direkt an der Autobahn, verteilt auf die wichtigsten deutschen Autobahnkreuze. Das erste Kraftfahrer-Gesundheitszentrum sollte in Oberhessen, direkt an der A7 bei Kassel, entstehen.

Das Konzept: Eine Palette an Gesundheitsleistungen für Fernfahrer anzubieten, die in ihrem Arbeitsleben kaum Zeit haben, einen Arzt aufzusuchen. Nach Angaben des Vereins „Zentrum für Kraftfahrer-Gesundheit Kassel“ sind unter den männlichen Fahrern über 90 Prozent mit Gesundheitsvorsorge nicht vertraut. Viel Aufklärungsarbeit ist an dieser Stelle nötig.

Die Initiative Doc Stop bietet jetzt schon ein deutschlandweites Netz von Arztpraxen an, deren Mediziner gesundheitlich angeschlagene Fernfahrer zeitnah behandeln – inklusive praxisnaher Parkplätze für ihre Trucks. Anfahren muss diese Versorgungsstellen jeder Fahrer allerdings selbst.

Gefahrgut sicher transportieren
Gefahren drohen aus vielen Richtungen. Die eigene Fracht kann Gefahrgüter beinhalten, die einen besonderen Umgang erfordern. Nicht jeder Fahrer ist befugt, als Gefahrgut deklarierte Ladung im Straßenverkehr zu transportieren. Ein Fahrer von Gefahrgut braucht immer eine gesonderte Erlaubnis für den Transport, einen ADR- bzw. Gefahrgutschein. Dieser Schein wird durch die Teilnahme an speziellen Kursen erworben, die regelmäßig alle fünf Jahre zu absolvieren sind.

Welche Art von Ladung stellt Gefahrengut dar? Dazu zählen nach den Gefahrgutklassen (gemäß ADR/RID) unter anderem explosive oder entzündbare Stoffe und Gegenstände, Gase, giftige, ätzende oder radioaktive Stoffe. Für alle, die mit einer solch gefährlichen Ladung umgehen müssen, sind bestimmte Schutzmaßnahmen notwendig. Eine Schutzausrüstung müssen Fahrer stets mitführen. Die Schutzausrüstung dient vorrangig dem Personenschutz und als Hilfsmittel für den Ernstfall.

Ladungen ausreichend sichern
Natürlich ist nicht nur Gefahrgut sicher zu verladen und zu transportieren, sondern auch bei regulärer Ladung muss die Ladungssicherung passen. Um die eigene Sicherheit und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten, sind verschiedene Sicherungssysteme erforderlich.

Beim Öffnen des Containers hat der Fahrer immer ein gewisses Risiko. Verrutschte Ladungen durch Transportbelastungen können die Containertüren gefährlich belasten. Türöffnungssicherungen verhindern das unkontrollierte Aufspringen der Fahrzeugtüren beim Entladen. Metallketten und Verriegelungsstangen sowie Sicherungsplomben sind hier eingebaut. Die Sicherungsplomben werden von der Customs Trade Partnership Against Terrorism auch als Sicherheitssystem in der Lieferkette gegen unbefugtes Eindringen in die Frachträume empfohlen.

Auch Lashing-Systeme, reißfeste Sicherungsbänder, Zurrgurte und Zurrdrahtseile können Containerladungen sicher fixieren und halten auch schweren Belastungen in den Transporträumen stand. Sperrstangen und Sperrbalken verhindern das Kippen der Ladung. Ankerschienen in den Innenräumen helfen, verschiedene Sicherungssysteme daran zu befestigen.

Abbildung 1: pixabay.com © MichaelGaida (Creative Commons CC0)
Abbildung 2: pixabay.com © Tama66 (Creative Commons CC0)

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