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Versicherungen für Speditionen

Gastartikel, Intern 20.10.2017

Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/geralt-9301/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=3113180">Gerd Altmann</a> auf <a href="https://pixabay.com/de/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=3113180">Pixabay</a>

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Speditionen agieren tagtäglich in einer Doppelrolle: Einerseits sind sie Dienstleister für ein Unternehmen und tragen – zumindest für die Zeitspanne des Transports – Verantwortung für die transportierte Ware. Und zum anderen sind sie aktiver Verkehrsteilnehmer. Was beide Rollen eint, ist der Bedarf an einer entsprechenden Absicherung. Auf was es dabei im Detail ankommt, verrät dieser Beitrag.

Branchentrends: So ist es um den Güterverkehr in Deutschland bestellt

Abbildung 1: Ein Blick in die Branchentrends der Logistik zeigt: Der Straßengüterverkehr dominiert. Eisenbahn und die Beförderung auf See versuchen aufzuholen und Anhänger zu gewinnen.

Die Wirtschaft floriert. Der Güterverkehr nimmt zu. Die Transportwege werden länger. Mit diesen wenigen Worten lassen sich die aktuellen Trends der Branche kurz umreißen. Hinzu kommt eine Forderung der Politik, die das Wirtschaftswachstum zwar begrüßt, aber auch zu einem umweltbewussten Umgang aufruft. Um sich die Dimensionen der Branche einmal zu verdeutlichen, wartet das Statistische Bundesamt mit diesen Zahlen auf: „4,4 Milliarden Tonnen Güter wurden 2011 in Deutschland per Lkw, Schiff, Eisenbahn, Rohrleitung oder Flugzeug transportiert. Auf einen Einwohner kamen damit durchschnittlich 54 Tonnen, das entspricht rund zweieinhalb voll beladenen Lkw.“

Auch gehen diese Trends aus der Branchenschau hervor:

– Die Beförderungsleistung wächst.
– Die Transportwege werden länger.
– Die Transportmenge stagniert.
– Der Straßengüterverkehr dominiert.
– Der Eisenbahnverkehr nimmt Fahrt auf.
– Die Beförderung auf hoher See nimmt zu.
– Die Anzahl der Leerfahrten ist rückläufig.

Die Speditionsversicherung gewinnt an Bedeutung


Abbildung 2: Um die Ladung auf der gefährlichen Strecke abzusichern, gibt es die Speditionsversicherung, die zweierlei beinhaltet: die Haftpflichtkomponente für den Spediteur und die Transportversicherung für den Kunden.

Im Januar 2017 sind die neuen Allgemeinen Deutschen Spediteuerbedingungen (ADSp) erschienen: „Die Allgemeinen Deutschen Spediteurbedingungen 2017 (ADSp 2017) sind ein gemeinschaftliches Empfehlungswerk der Verbände der verladenden Wirtschaft und der Spedition. Sie setzen die seit 1927 bestehende Tradition fort, für die Abwicklung aller Arten von Speditionsgeschäften den beteiligten Unternehmen sowohl aus Industrie und Handel als auch aus der Speditions- und Verkehrsbranche eine „fertig bereitliegende Vertragsordnung“ an die Hand zu geben. Die neuen „ADSp 2017“ sorgen noch mehr als frühere Fassungen durch inhaltlich ausgewogene Klauseln für einen Interessenausgleich zwischen den Vertragspartnern.“

Sie wiederum haben einen wahren Run mit Blick auf die Speditionsversicherung ausgelöst, denn: In der Fassung von 2017 wird der Abschluss dieser Versicherung Spediteuren nachdrücklich empfohlen. Um mit dem Aushängeschild der ADSp winken zu können, muss ein Spediteur
– eine Speditionsversicherung haben und
– die ADSp als Allgemeine Geschäftsbedingungen festlegen.

Per Definition ist die Speditionsversicherung eine Absicherung in zweierlei Richtung. Zum einen dient sie als Haftpflichtversicherung für das Speditionsunternehmen. Der zweite Bestandteil ist eine Warentransportversicherung. Diese Komponente dient als Schadenversicherung. Die Details zeigt die folgende Übersicht:

Haftpflichtkomponente
– Betriebsbeschreibung nötig
– Jahresmaximum wird vereinbart
– Pflichtversicherung für Spediteure
– Prämie nach Risikobewertung
– Selbstbeteiligung zwischen 150 und 2500 Euro üblich
– Versicherungsleistung nur bei sorgfältiger Auswahl   des Fahrers, Technik-Check des Fahrzeugs, Ladungssicherung, Schnittstellenkontrolle, Information von Versicherung und Polizei, Schadensminderung, Nutzung des Rechtsanspruchs.

Transportversicherung

– Deckt den Differenzbetrag zwischen ASp und entstandenem Schaden ab
– Güterfolgeschäden gegen Aufpreis versicherbar
– Versicherung ist optional und wird pro Kunde festgelegt. Kunden ohne Transportversicherung sind Verzichtskunden.

Die Notwendigkeit einer Speditionsversicherung als Kombiprodukt aus Haftpflichtkomponente und Transportversicherung ist für selbstständige Transportunternehmen unstrittig. Die Haftpflichtkomponente ist – ähnlich wie die Kfz-Versicherung – eine Pflichtkomponente. Sinnvoll ist, sich nicht von den Benennungen der Versicherungen leiten zu lassen, sondern bei einer Versicherungsagentur oder im Online-Vergleich die Wunschleistungen anzugeben, die man sich als Spediteur wünscht. So können die Versicherungsprofis ein Komplettangebot schnüren, was unterm Strich durchaus günstiger sein könnte. Mögliche Komponenten könnten beispielsweise diese sein:

– Berufshaftpflicht
– Betriebshaftpflichtversicherung
– Betriebsunterbrechung
– Feuerversicherung
– Firmenrechtsschutz
– Vermögensschadenhaftpflichtversicherung
– Versicherung von Inventar und Betriebseinrichtung

 

Ein wichtiger Teilbereich: Firmenwagen der Logistikbranche
Meist wird der Blick direkt auf die großen Trucks gerichtet, wenn es um Versicherungen für Spediteure geht. Dabei gibt es auch einen Teil der Logistikbranche, der zur regulären Autoversicherung zählt: Firmenwagen. Bei diesen Gefährten geht es weniger um die Ladung, die transportiert wird, denn meist dienen sie nur als Fahrzeuge von A nach B. Für den Spediteur bedeutet das, dass er an anderer Stelle recherchieren muss – und zwar bei der Kfz-Versicherung.


Abbildung 3: Die Fahrzeuge einer Spedition, die nicht der Güterbeförderung sondern als Firmenwagen dienen, brauchen eine Autoversicherung.

Portale, die den Autoversicherungs-Vergleich bis 2018 ermöglichen, stehen an dieser Stelle hoch im Kurs, denn sie ermöglichen einen Vergleich der Angebote – unabhängig vom jeweiligen Anbieter. Diese Möglichkeit trifft den Nerv der Spediteure, die weniger markenbewusst auswählen, sondern vielmehr mit Blick auf den Leistungskatalog und die Kosten. Ähnlich wie bei der privaten Autoversicherung richten sich die Blicke des Spediteurs dabei auf diese Faktoren:

– Deckungssumme
– Marderbiss
– Neuwertersatz
– Schutzbrief
– Versicherungsschutz bei grober Fahrlässigkeit
– Wildunfall

Nachjustiert wird dann diese erste Auswahl an Anbietern mit einem Blick auf den Rabattschutz, die Mallorca-Police, die Insassen-Unfallversicherung, die Verkehrsrechtsschutzversicherung und die Schadenfreiheitsklasse.

Abbildung 1: pixabay.com © StockSnap (Creative Commons CC0)
Abbildung 2: pixabay.com © grengale (Creative Commons CC0)
Abbildung 3: pixabay.com © Skitterphoto (Creative Commons CC0)

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