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Selbstständig in der Logistikbranche. So lässt sich ein Start-up realisieren

Gastartikel, Info 28.09.2017


Die Größe des Fuhrparks ist für den angehenden Transportunternehmer ein wichtiger Punkt, wenn es darum geht die Finanzierung sicherzustellen.

Die Logistik-Branche ist einer der drei größten Wirtschaftsbereiche in Deutschland. Nur Handel und Automobilbranche sind größer. Mit rund drei Millionen übertrifft sie die Beschäftigtenzahl im Maschinenbau um das Dreifache. Im Jahr 2016 erwirtschafteten Logistikunternehmen rund 250 Milliarden Euro. Das sind 25 Prozent vom Logistik-Markt in ganz Europa, der insgesamt eine Billion Euro umsetzt. Deutschland nimmt international eine Spitzenposition ein, sowohl was die Qualität der Infrastruktur als auch die Logistiktechnologie betrifft. Etwa 60.000 zumeist mittelständisch geprägte Unternehmen agieren in Deutschlands Logistikmarkt. Im weltweiten Vergleich erhöhen die hocheffizienten Logistikstrukturen die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Das sind nur einige der Gründe, warum das Thema Existenzgründung in der Logistikbranche so aktuell ist.

Vielfältige Möglichkeiten für eine Gründung
In der Logistikbranche gibt es vielfältige Möglichkeiten, eine Selbstständigkeit zu realisieren. Ein Kurierdienst ist eine Möglichkeit oder eine selbstständige Spedition, die Umzüge organisiert. In der Produktionslogistik sind Unternehmen tätig, die sich darauf spezialisiert haben, die für die Produktion erforderlichen Produktionsmittel und Teile „just in time“ zu liefern. Das spart dem Kunden die Lagerkosten. In jedem Fall ist es notwendig, finanziell einen langen Atem zu haben. Denn von der Auftragsdurchführung bis zur Bezahlung der Rechnung durch den Kunden kann einige Zeit vergehen. In der Zwischenzeit fallen jedoch Kosten an, die der Spediteur bezahlen muss, wie etwa Kraftstoffkosten, Versicherungsbeiträge oder Reparaturen an den Fahrzeugen. Kann er nicht bezahlen, kann er schließen – denn ohne Fahrzeuge platzt der Traum der Selbstständigkeit in der Logistikbranche.

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gründung
Ein Start-up zu realisieren setzt einiges an Arbeit voraus. Ist die Idee erst einmal geboren, geht es daran, alles exakt zu planen. Dabei hilft ein Businessplan. Die Businessplan-App des Bundeswirtschaftsministeriums unter http://www.existenzgruender.de ist dabei eine sinnvolle Hilfe. Damit wirkt der Businessplan professionell und es entsteht ein Konzept, das der Gründer Dritten vorlegen kann – beispielsweise der Bank oder potenziellen Geschäftspartnern. Der Businessplan setzt sich nicht nur mit den Zahlen auseinander und den Erwartungen für Umsatz und Gewinn. Es geht auch um die Person des Gründers, seine fachliche und persönliche Eignung und um den finanziellen Hintergrund.

Fachliche Eignung
Natürlich ist es wichtig, dass der Gründer kein blutiger Anfänger ist, sondern sich in der Logistikbranche auskennt. Neben Fachkundeprüfungen der Industrie- und Handelskammern können eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung in der Logistikbranche und entsprechende Berufserfahrung oder ein abgeschlossenes Studium mit Schwerpunkt Logistik und einschlägige Erfahrungen die fachliche Eignung des Gründers untermauern.

Finanzielle Leistungsfähigkeit
Die finanzielle Leistungsfähigkeit ist nach der fachlichen Eignung ein wesentlicher Punkt. Der Gründer braucht Kapital, um sich den für seine Idee notwendigen Fuhrpark anzuschaffen, um Lagerräume zu mieten oder Ähnliches. Die Aussichten, eine Fahrzeugfinanzierung zu bekommen, sind nicht sehr rosig. Darüber hinaus ist der Existenzgründer natürlich bestrebt, seine monatlichen Belastungen gering zu halten, bis die ersten Einnahmen fließen.

Viele Banken lehnen es allerdings ab, Existenzgründer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen. In dieser Situation sind Gründer auf innovative Ideen angewiesen. Um die Finanzierung sicherzustellen, gibt es die Möglichkeit private Investoren zu suchen, die das Projekt gerne unterstützen möchten.

Auxmoney ist eine Plattform, auf der eine Kreditanfrage an private Anleger geht. Sobald genügend Anleger an einem Projekt interessiert sind, kommt das Kreditprojekt zustande und der Gründer erhält sein Geld. Nach einer internen Prüfung schaltet auxmoney.com die Kreditanfrage frei, danach haben die Anleger 20 Tage Zeit zu entscheiden. Kommt die Finanzierung nicht zustande, entstehen keinerlei Kosten. Diese Form des Kredits ist eine echte Alternative zu den üblichen Bankkrediten.

Persönliche Eignung
Für die Gründung eines Transportunternehmens muss der angehende Unternehmer seine Zuverlässigkeit nachweisen. Wer vorher schon einmal selbstständig war, muss Bescheinigungen von Finanzamt, Berufsgenossenschaft und Krankenkasse vorlegen. Außerdem überprüft die Zulassungsbehörde Auszüge aus dem Verkehrs- und dem Gewerbezentralregister sowie das polizeiliche Führungszeugnis. Danach entscheidet die Behörde, ob der Bewerber ausreichend zuverlässig ist, um in der Logistik-Branche zu starten.

Der Fuhrpark
Für ein Logistikunternehmen sind Fahrzeuge essenziell. Die Art der Fahrzeuge ist abhängig von der Art des Unternehmens. Ein Kurierdienst, der kurze Distanzen schnell und zuverlässig bewältigen muss, braucht andere Fahrzeuge als ein Transportunternehmen, das Umzüge organisiert. Die Anschaffung von Fahrzeugen ist die wichtigste Anschaffung des Unternehmers. Daher ist es notwendig, die Angebote genau zu vergleichen, sich ausreichend zu informieren und professionelle Ratschläge einzuholen.

Abhängig von der Fahrzeugart ist eventuell ein zusätzlicher Nachweis notwendig. Sind im Fuhrpark Fahrzeuge, die ein Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen haben, fällt das Unternehmen unter das Güterkraftverkehrsgesetz. Dann ist eine Güterkraftverkehrserlaubnis erforderlich. Diese Lizenz ist bei der zuständigen Genehmigungsbehörde der Stadt zu beantragen, in der das Unternehmen ansässig ist. Das gesamte Zulassungsverfahren kann bis zu drei Monate dauern. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig die verschiedenen Schritte anzugehen, um beizeiten alle notwendigen Genehmigungen und Dokumente vorliegen zu haben.

Noch mehr Bürokratie. Stichwort: Versicherungen
Bei der Planung der Selbstständigkeit sind nicht nur Genehmigungen notwendig. Eine weitere finanzielle Belastung, die nicht zu unterschätzen ist, sind die Versicherungen. Dazu gehören unter Umständen freiwillige Beiträge an die Renten- und Arbeitslosenversicherung. Außerdem ist natürlich eine Krankenversicherung notwendig. Die Beiträge sind nicht unerheblich. Darüber hinaus gibt es für Transportunternehmen weitere wichtige Versicherungen. Die Versicherungen für die Fahrzeuge sind obligatorisch, da führt kein Weg daran vorbei. Hinzu kommt noch eine Transportgutversicherung, sodass im Schadensfall nicht das gesamte finanzielle Risiko zulasten des Unternehmers geht. Darüber hinaus ist eine Berufshaftpflichtversicherung sinnvoll.

Zu guter Letzt: lukrative Aufträge
Damit das Unternehmen ein Erfolg wird, sind lukrative Aufträge die Grundvoraussetzung. Schon vor der Gründung, während der Planungsphase, ist es sinnvoll, sich mit potenziellen Auftraggebern persönlich in Verbindung zu setzen. Geschäftskontakte sind wertvoll und können Informationen liefern, die die Kalkulationen für den Businessplan vereinfachen. Außerdem ist es empfehlenswert sich von den Experten der IHK und einem Steuerberater über Fördermöglichkeiten und steuerrechtliche Regelungen zu informieren. Die Logistik-Branche befindet sich in einem Wandel und hat in Zeiten von Online-Handel und Industrie 4.0 Hochkonjunktur.

pixabay @ GREGOR (CCO public domain)
pixabay @ diema (CCO public domain)

   

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Eine Antwort zu “Selbstständig in der Logistikbranche. So lässt sich ein Start-up realisieren”

  1. Exanpel am 04.06.2019 @ 23:07

    Danke gute Antwort
    Ist das auch so im verdeckten Wert transportmarkt.

    Gruss

    Exempel

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