Ladungssicherung bezeichnet alle Maßnahmen, die verhindern, dass sich Ladung während der Fahrt verschiebt, kippt, rollt oder vom Fahrzeug fällt. Beim Bremsen, in Kurven und bei Ausweichmanövern wirken erhebliche Kräfte auf die Ladung. Nur eine fachgerechte Sicherung schützt Fahrer, andere Verkehrsteilnehmer und die Ware selbst.

Methoden der Ladungssicherung
Grundsätzlich wird zwischen formschlüssiger und kraftschlüssiger Sicherung unterschieden, in der Praxis werden beide oft kombiniert.
- Formschluss: Ladung liegt lückenlos an Stirnwand, Bordwänden oder anderer Ladung; Beispiel: Paletten bündig an die Stirnwand laden
- Niederzurren: Gurte pressen die Ladung auf die Ladefläche, Reibung hält sie; Beispiel: Zurrgurte über die Ladung
- Direktzurren: Zurrmittel verbinden Ladung direkt mit Zurrpunkten; Beispiel: Maschinen mit Ketten sichern
- Hilfsmittel: Reibung erhöhen, Lücken füllen; Beispiel: Antirutschmatten, Sperrbalken, Staupolster
Zurrgurte, Vorschriften und Methoden im Detail erklärt der Beitrag Ladungssicherung am Lkw.
Wer ist verantwortlich?
In Deutschland sind mehrere Beteiligte in der Pflicht. Der Fahrer muss nach der Straßenverkehrs-Ordnung dafür sorgen, dass die Ladung verkehrssicher verstaut ist. Der Halter muss ein geeignetes Fahrzeug mit Zurrpunkten und Sicherungsmitteln bereitstellen. Der Verlader ist für die beförderungssichere Verladung verantwortlich. Bei Kontrollen können Verstöße für alle Beteiligten Folgen haben.
Praxis-Tipps
- Fahrzeug und Aufbau passend zur Ladung wählen
- schwere Güter unten und möglichst mittig laden, Achslasten beachten
- Lücken vermeiden oder mit Füllmitteln schließen
- nur gekennzeichnete, unbeschädigte Zurrmittel verwenden
- Sicherung nach den ersten Kilometern und nach Teilentladungen prüfen
Welche Aufbauten welche Möglichkeiten zur Sicherung bieten, zeigt der Beitrag Lkw-Aufbauten.
Bedeutung im Transportalltag
Ladungssicherung ist kein Zusatz, sondern Teil jeder Tour. Eine ungesicherte Ladung gefährdet Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer, beschädigt Ware und Fahrzeug und kann bei Kontrollen zu Bußgeldern oder einer Weiterfahrt erst nach Nachsicherung führen. Wer Fahrzeuge, Hilfsmittel und Schulungen aufeinander abstimmt, spart Zeit beim Verladen und reduziert Schäden. Viele Verlader legen ihre Anforderungen deshalb in Verladeanweisungen fest.
FAQ zur Ladungssicherung
Reicht das Eigengewicht der Ladung aus?
Nein. Das Gewicht allein verhindert nicht, dass Ladung beim Bremsen oder in Kurven rutscht. Eine zusätzliche Sicherung ist in aller Regel nötig.
Welche Normen sind wichtig?
Für Zurrmittel und Berechnungen werden vor allem die Normenreihe EN 12195 und die VDI-Richtlinie 2700 herangezogen.
Was bringen Antirutschmatten?
Sie erhöhen die Reibung zwischen Ladung und Ladefläche und verringern so die nötige Vorspannkraft beim Niederzurren.
