Zollprobleme bei Gefahrguttransporten: So lassen sich Schwierigkeiten vermeiden

So vermeiden Sie Schwierigkeiten im Zoll bei Gefahguttransporten
Gefahrguttransporte gehören zu den schwierigsten Aufgaben im Logistikbereich. Nicht nur einfache Materialien wie Lithiumbatterien, sondern auch sensible Güter wie gefährliche Chemikalien und entflammbare Flüssigkeiten gilt es gelegentlich von A nach B zu transportieren. Diese Umstände machen es erforderlich, die Dokumentation im Auge zu behalten. Natürlich ist die Transportabwicklung unter hohem Niveau auszurichten. Bereits kleine Fehler, Verzögerungen oder ein Stillstand der Lieferkette können durchaus Bußgelder mit sich bringen. Ebenso kann es zu Zollproblemen kommen. Doch was können Unternehmen in diesen Fällen tun?
Warum Gefahrgut richtig zu klassifizieren und transportieren ist
Eine ordnungsgemäße Klassifizierung ist essentiell, um den Gefahrguttransport sauber abzuwickeln. Dazu ist es maßgeblich, die Vorschriften des European Agreement concerning the International Carriage of Dangerous Goods by Road (kurz ADR) und auch nationale Gefahrgutverordnungen einzuhalten. In diesem Rahmen gilt es
- die richtige UN-Nummer zu verwenden,
- eine korrekte Gefahrgutklasse zu wählen,
- eine passende Kennzeichnung nebst Gefahrenzettel auszustellen und
- sinnvolle Verpackungsgruppen zu nutzen.
Bereits bei diesen Planungsschritten können eminente Fehler entstehen. Sind Produktblätter unvollständig oder interne Prozesse nicht deutlich definiert, kann das den Transport gefährden. Deshalb ist es sinnvoll, dass Speditionen eng mit Verladern sowie Herstellern zusammenarbeiten. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Sicherheitsdokumente aktuell, vollständig und eindeutig sind. Zudem ist eine korrekte Wareneinteilung nach dem Zolltarif nötig. Wer eine Zolltarifnummer finden muss, sollte diese Aufgabe nicht erst kurz vor der Verladung des Gefahrguts einplanen. Das Finden der Nummer ist schließlich maßgeblich, um
- die Höhe der Einfuhrabgaben,
- Verbote oder Beschränkungen zu ermitteln,
- Genehmigungspflichten einzuhalten
und Präferenzregelungen zu kontrollieren. In vielen Fällen unterliegen Batterien, Chemikalien und einige technische Produkte verschiedenen Prüfmaßnahmen. Ist die Zolltarifnummer nicht richtig oder unvollständig, kann das eine Risikoprüfung nach sich ziehen.
Deshalb ist das Gefahrgutrecht zu kontrollieren und Zollbestimmungen zu beachten
In vielen Speditionen kommt es täglich zu verschiedenen Aufgaben, die besondere Sorgfalt und Kontrollen erfordern. Dabei kann es durchaus sein, dass Gefahrengut und Zollabteilungen nebeneinander, aber nicht miteinander arbeiten. Das ist ärgerlich, da sich mehrere Bereiche überschneiden und eine gute Zusammenarbeit Schwierigkeiten vermeiden könnte.
Spezielle Chemikalien unterliegen sowohl den ADR-Vorschriften als auch den außenwirtschaftlichen Beschränkungen. Ist dieser Punkt bekannt, lassen sich entsprechende Maßnahmen vornehmen. Gleiches gilt auch für Lithiumbatterien oder Dual-Use-Güter. Batterien sind oftmals transportrechtlich zulässig. Zollrechtlich unterliegen sie hingegen Meldepflichten. Ebenso betrifft das Güter oder Waren mit doppelten Verwendungszwecken wie Vorprodukte für Pharmazeutika, die besondere Ausfuhrgenehmigungen bedürfen.
Würde es interne Prozesse geben, die gefahrgutrechtliche und zollrechtliche Prüfungen umfassen, käme es weniger zu Problemen. In diesem Rahmen könnten digitale Checklisten und ERP- oder TMS-Systeme hilfreich sein.
Wie Schulungen Speditionen und Fahrern weiterhelfen
Doch nicht nur der Zoll steht in der Verantwortung. Auch Speditionen und Fahrer können zur Vermeidung von Zollproblemen beitragen. Wer die Grundlagen des Zolls kennt und die Bedeutung von Zolltarifnummern versteht, reagiert sinnvoller auf Gefahrengut und Exportkontrollen. Gleichzeitig können Fahrer die richtigen Dokumente bei Kontrollen vorzeigen und bei der Aufklärung von schwierigen Sachverhalten helfen.
Damit das gelingt, sind regelmäßige Schulungen empfehlenswert, die für mehr Sicherheit sorgen und das Haftungsrisiko reduzieren. Für die Transportbranche bedeutet dies, verschiedene Prozesse zu standardisieren, Zuständigkeiten klar zu kommunizieren und digitale Hilfsmittel zu nutzen. Das bewahrt vor Verzögerungen, Bußgeldern und Ärgernissen, während die internationalen Lieferketten stabil und planbar bleiben.
Weitere interessante Seiten:
https://www.transportbranche.de/adr-gefahrguttransport/
https://www.transportbranche.de/wissen/transportgueterarten/
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