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Autonome LKWs: Zukunft der Transportbranche?

Autonome LKWs: Zukunft der Transportbranche?

Schon seit geraumer Zeit arbeitet die Automobilindustrie an Fahrzeugen, die keinen Fahrer mehr benötigen sollen. Stattdessen werden sie durch verschiedene Sensoren und den Einsatz von künstlichen Intelligenzen selbst fahren und damit den Verkehr deutlich sicherer machen. Prototypen gibt es vor allem im öffentlichen Verkehr und bei PKWs, aber auch LKWs könnten folgen. Nun fragen sich viele, ob KIs schon bald die Transportbranche revolutionieren werden. Wir gehen der Frage auf den Grund!

 

Künstliche Intelligenz: Ein langer Weg

Die ersten Versuche, künstliche Intelligenzen zu kreieren, waren noch relativ simpel. Dabei verwendeten Forscher oftmals Spiele, um die Intelligenz von Programmen auszutesten und ihre hohen Ressourcen für Denkprozesse und Entscheidungsfindungen zu zeigen. In den 1950ern versuchten Wissenschaftler bspw. ein Computerprogramm zu entwickeln, dass Dame spielen konnte. Dabei stand jedoch noch nicht im Fokus, ob das Programm menschliche Gegner überlisten konnte, stattdessen musste es einfach nur die Spielregeln befolgen und auf die Züge des Gegenübers reagieren können. Bis ein Computer den Dame-Weltmeister schlagen konnte, dauerte es dann noch etwa vierzig Jahre. Heute wird insbesondere versucht, KIs in Situationen mit unvollständiger Informationslage anzuwenden, wie es zum Beispiel beim Pokern, aber auch beim Verhandeln oder in der Medizin der Fall ist. Daran sieht man, wie komplex die Entwicklung von KIs noch bis heute ist. Auch in der Automobilbranche haben sie Einzug gefunden. Dabei übernehmen KIs in modernen PKWs und LKWs schon einige, wichtige Aufgaben, wie etwa bei dem Spurhalteassistenten oder dem Reifendruckmesser. Gänzlich autonom können derzeit zugelassene Fahrzeuge allerdings noch nicht fahren. In der Zukunft soll dies jedoch anders aussehen.

 

Die Rolle der KI im automatisierten Verkehr

Damit selbstfahrende Autos und LKWs irgendwann tatsächlich am Straßenverkehr teilnehmen können, muss die KI in den Fahrzeugen besonders ausgeklügelt sein. Die Fahrzeuge werden dazu mit hunderten Sensoren ausgestattet, die verschiedenste Werte messen und an den Bordcomputer senden. Dabei werden z. B. die Abstände zu Hindernissen in alle Richtungen festgestellt, die Spurlinien getrackt und die Fahrbahnverhältnisse analysiert. Dazu sollen sich in Zukunft auch die einzelnen Fahrzeuge über das Internet of Things miteinander verbinden und Informationen über den Verkehr teilen können. Entsteht daraus nämlich ein Netz, in dem jedes selbstfahrende Gefährt eingetragen ist, können die unterschiedlichen Fahrzeuge durch die Ortung im Netz Abstand halten. Die Sensoren kommen natürlich weiterhin zum Tragen, allerdings gibt es durch solche Pläne weitere Sicherheitsvorkehrungen.

 

Erste Fahrzeuge sind fahrerlos unterwegs

Auch wenn sich die autonomen Fahrzeuge noch nicht in den Händen von Privatbesitzern befinden, lassen sich im öffentlichen Straßenverkehr einiger Länder bereits selbstfahrende Gefährte finden. In der Seestadt in Österreich waren für ein Projekt aus dem vergangenen Jahr bereits zwei fahrerlose Busse unterwegs. Auch in Deutschland gibt es bereits autonome Shuttle-Projekte, z. B. den Marktliner in Aachen, der von 2018 bis 2020 unterwegs war. Das Projekt RABus entwickelt außerdem derzeit in Friedrichshafen einen Shuttle der von Haus zu Haus fahren und Menschen gezielt abholen soll – ebenfalls ganz ohne Fahrer versteht sich. Derzeit scheint es so, als würde der öffentliche Verkehr als allererster mit den vollautomatisierten Fahrzeugen ausgestattet werden. Dies macht Sinn, denn viele der Busse werden täglich die gleichen Routen fahren und können dadurch besonders viele Informationen über die Strecken sammeln, wodurch ein hohes Maß an Sicherheit geboten wird. Aber auch in der Transportbranche wird an möglichen Lösungen geforscht.

 

LKWs vereinzelt im Einsatz

So wird unter anderem bei Volvo Trucks bereits an autonomen Fahrzeugen gearbeitet. In Norwegen und Schweden kommen einige Fahrzeuge bereits in Bergwerken zum Einsatz. Gleichzeitig hilft ein selbstlenkender LKW bei der Zuckerernte in Brasilien. Die Beispiele zeigen, dass die nötigen Fahrzeuge bereits vorhanden sind. Allerdings müssen sie für den allgemeinen Straßenverkehr noch weiterentwickelt werden. Gefahren ergeben sich vor allem bei schnellen Geschwindigkeiten wie auf der Autobahn, die für viele LKWs als essenzielle Strecken dienen. Bei geringem Tempo in der Stadt sieht das Ganze schon wieder etwas anders aus. So testet z. B. das schwedische Müllentsorgungsunternehmen Renova automatisierte Lösungen. Große Einsparungsmöglichkeiten sehen viele Entwickler auch durch das sogenannte Platooning. Da LKWs etwa 25% ihres Kraftstoffs auf Grund des hohen Luftwiderstands verbrauchen, kann durch ein dichtes Hintereinanderfahren mehrerer LKWs jede Menge Sprit gespart werden. Für menschliche Fahrer ist das knappe Auffahren allerdings zu gefährlich. Mit automatisierten Fahrzeugen wäre es jedoch möglich.

Autonome Fahrzeuge werden mit hoher Wahrscheinlichkeit zuerst bei öffentlichen Verkehrsmitteln zum Einsatz kommen. Aber auch fahrerlose LKWs gibt es schon. Viele von ihnen sind derzeit noch in einer Testphase, unterstützen in Ländern wie Schweden, Norwegen und Brasilien jedoch bereits bei der Arbeit. Mit Sicherheit wird die KI eines Tages die Transportbranche revolutionieren. Wie lange es dafür jedoch noch dauert, bleibt abzuwarten!

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