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Scania wehrt sich gegen Übernahmeofferte von VW

Nachrichten | 18.03.2014 | | Unternehmen | Thema: ,

scania logoDie Konzernmutter Volkswagen will Scania komplett übernehmen und damit die Durchsetzung einer globalen Nutzfahrtzeug-Allianz mit dem anderen Tochterunternehmen MAN begünstigen. Doch wie erwartet, wehrt sich der schwedische Lkw-Hersteller gegen die Pläne. Am Dienstag sprach der unabhängige Teil des Scania-Verwaltungsrates gegenüber den Aktionären die Empfehlung aus das Wolfsburger Angebot nicht anzunehmen. Auch die VW-Vorstände sowie VW-Patriarch Ferdinand Piëch gehören zum Scania-Verwaltungsrat und teilen die Ansicht, Scania sei mehr Wert und das Angebot selbst nach großzügigem Aufschlag nicht akzeptabel.

Die Scania-Verantwortlichen wollen die Quartalszahlen früher vorlegen, um hinsichtlich der laufenden Phase des Übernahmeangebots Entschlossenheit zu demonstrieren. Am 11. April werden die Geschäftszahlen des ersten Quartals präsentiert, um den Aktionären eine Entscheidungshilfe zu geben.

Bereits Ende Februar war die ablehnende Haltung seitens Scania absehbar. Der VW-Konzern wollte die übrigen Anteile der Lkw-Tochter für knapp sieben Milliarden Euro kaufen und damit in Besitz von über 90 Prozent der gesamten Aktien kommen. Geplant ist Scania aus der Börse zu entfernen. Seit 2000 hält VW indirekt und direkt insgesamt 89,2 Prozent der Stimmrechte und ist zu 62,6 Prozent am Kapital beteiligt. Mit der Übernahme möchten die Wolfsburger kompletten Zugriff auf Scania und die stockende Nutzfahrzeugallianz fördern.

Nachdem VW einen Aufschlag von über 50 Prozent auf den durchschnittlichen Kurs der Papiere zusagte, gibt sich der Scania-Verwaltungsrat bestehend aus Aufsichtsratskontrolleuren und Vorstandsetage nicht zufrieden. Das Unternehmen teilte am Dienstag mit, dass hinsichtlich Wachstumsperspektiven, Synergiepotenzials und technologischer Exzellenz, also insgesamt der langfristigen Aussichten, das Komitee davon überzeugt sei, dass der langfristige elementare Wert von Scania durch das Angebot nicht wiedergespiegelt wird. Aus diesem Grund empfiehlt das Komitee den Aktionären das Angebot abzulehnen. Die Frist für das VW-Angebot läuft am 25. April ab.

Branchenkenner und NordLB-Analyst Frank Schwope ist unbeeindruckt und bezeichnet das Vorgehen als „übliche Rhetorik“. Nicht zuletzt, um von Aktionärsseite Klagen vorzubeugen. Schwope erläutert, dass die Aktionärs-Mehrheit die VW-Offerte kaum ausschlagen wird. Die Verlockung des hohen Aufschlags sei groß. Besonders weil die Papiere momentan hoch liegen.

Weil die Lkw-Nachfrage in Europa, Asien und Südamerika kräftig anziehen soll, sagt Scania dem Unternehmen eine sehr positive Zukunft voraus. Aufgrund der guten Zukunftsaussichten sei das VW-Angebot unzureichend. Auf einen eigenen Preisvorschlag verzichtete das Scania-Gremium. Allerdings hielt sich die Euphorie im europäischen Lkw-Markt in der Wirtschaftsflaute stark in Grenzen. Anziehen dürfte der Markt angesichts der Tatsache, dass Speditionen alternde Flotten irgendwann erneuern müssen.

Hans Dieter Pötsch, VW-Finanzchef bezeichnete das VW-Angebot als „sehr gut“. Die Chancen zur Erreichung der 90-Prozent-Marke würden gut stehen. Er fügte hinzu, dass Scania mit aktueller Struktur aber auch sehr gute Perspektiven hat.

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Quelle: dpa

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