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Guenstiger Lkw von Dongfeng Konkurrenz für europäische Hersteller?

Nachrichten | 01.10.2014 | | Unternehmen | Thema: , ,

dongfeng LKWAuf der Nutzfahrzeug-IAA in Hannover feiert der Schwerlaster KX von Dongfeng Europapremiere. Der nach Stückzahlen zweitgrößte Lkw-Bauer der Welt ist damit erstmals auf der Internationalen Automobil-Ausstellung vertreten. Obwohl die Chinesen bisher kein Fahrzeug an den westeuropäischen Markt verkaufen konnten, will sich der Konzern mit dem bis zu 480 PS starken und knapp vier Meter hohen Truck präsentieren.

Auf dem Weltmarkt erhalten die Lkw-Hersteller mit Dongfeng einen weiteren Konkurrenten. Zwar werden die chinesischen Trucks den strengen Abgasnormen Westeuropas bisher nicht gerecht, in Osteuropa soll der Einstieg gelingen. Präsident von Dongfeng-Nutzfahrzeuge Huang Gang erläuterte, dass man sich „viele weitere Märkte und Geschäftsgelegenheiten“ eröffnen wolle. Insbesondere aufstrebende Märkte in Afrika, Asien und Südamerika stellen die Zielgruppe des Konzerns dar. Europäische Hersteller wie Daimler und MAN sollen herausgefordert werden.

Während Dongfengs Einstiegsmodell KR schon ab 20.000 Dollar erhältlich ist, wird der Preis für den KX bisher nicht verraten. Die Kampfpreise werden jedoch getrübt. In der niedrigsten Leistungsklasse liefert der KR lediglich 140 PS, was bereits Im Vergleich zu europäischen Mittelklassewagen enttäuschend ist. Hinzu kommt, dass nur eine Variante des Modells die europäische Abgasnorm Euro-V erfüllt. Auch hinsichtlich der Verarbeitung sind die Chinesen vom europäischen Niveau weit entfernt. Die Messe-Ausführungen sind geprägt von Hartplastik im Innenraum, unangenehmen Gerüchen und unsauberen Lackierungen.

Auf dem Weg zum internationalen Durchbruch fehlt Dongfeng außerdem ein Vertriebsnetz. Volvo könnte hier der Schlüssel sein. Da sich die europäische Marke mit 45 Prozent am Nutzfahrzeuggeschäft von Dongfeng einkauft, wäre es denkbar, dass dessen Hilfe beim Vertriebsnetzaufbau folgt. Weltmarktführer Daimler könnte in Bedrängnis geraten, wenn sich Dongfeng und Volvo auch bezüglich Technik und Einkauf zusammenschließen.

Im Heimatmarkt ist Dongfeng mit jährlich einer Million Trucks über sechs Tonnen führend. Dies entspricht höheren Stückzahlen als in der Summe aus japanischem, europäischem und amerikanischem Markt. Wolfang Bernhard, Daimler-Nutzfahrzeugvorstand warnte, dass derartige Größenvorteile der chinesischen Hersteller mittelfristig sehr ernst genommen werden müssten. Deshalb richten sich die Stuttgarter mehr auf den Weltmarkt aus. Ein schlagkräftiger Gegenschlag soll das Duo aus japanischem Ableger Fuso und indischer Tochter Bharat Benz darstellen. Die im Vergleich sparsamen und kleinen Trucks der Japaner spielen, mit der im Gegensatz zu Schwerlastern auf internationaler Ebene höheren Nachfrage, eine zentrale Rolle bei Daimlers Plänen. In den nächsten sechs Jahren sollen die Daimler-Töchter ihren Absatz auf über 290.000 Fahrzeuge verdoppeln.

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