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Ausweitung der Lkw-Maut bedroht laut Ladungsverbund Elvis Existenzen

Nachrichten | 06.06.2018 | | Politik und Recht, Wirtschaft | Thema: , , , , ,

Nach Meinung des Europäischen Ladungs-Verbunds Internationaler Spediteure AG (ELVIS) wird die Transportbranche durch die Lkw-Maut Ausweitung auf deutschen Bundesstraßen ab Juli 2018 mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die Unternehmen drohen, welche die Unkosten nicht kompensieren können, seien existenzbedrohend. Die Gesamtkosten steigen nach Kalkulationen des Verbunds deutlich. Während der nationale Güterfernverkehr mit durchschnittlich 2,5 Prozent höheren Kosten rechnen muss, sind es im Nahverkehr mit schweren Lastkraftwagen 3,9 Prozent und im Nahverkehr 3,6 Prozent beim Einsatz von 12-Tonnern.

Zwischen 5 bis 8 Prozent höhere Gesamtkosten könnten in Einzelfällen sogar anfallen, wenn beispielsweise die Zahl der Nahverkehrsfahrten im überdurchschnittlichen Bereich liegt. Die Frachtpreise dürften dementsprechend ebenfalls steigen. Die Berechnungen basieren auf den aktuellen Maut-Tarifen. Elvis Vorstandsvorsitzender Jochen Eschborn warnt: „Die Bundesregierung erhebt hier letztlich eine Art Steuer. Angesichts ohnehin knapper Margen im Logistikbereich behindert dies unser Geschäft erheblich.“ Die Bemühungen der Verlader, Preissteigerungen bei Transporten vorzubeugen und zusätzliche Kosten für Verbraucher zu verhindern, seien ambitioniert.

Keine Planungsgrundlage bei Transportdienstleistern

Eschborn zufolge sei es in besonderem Maße ärgerlich, dass für 2019 noch keine Mautsätze festgelegt wurden. Transportdienstleistern würde damit jegliche Grundlage zum Planen fehlen. „Natürlich brauchen die Kalkulationen und die Verhandlungen mit den Verladern einen gewissen Vorlauf. Da man davon ausgehen kann, dass die neuen Mautsätze die aktuellen übersteigen werden, müssen die Spediteure diesen aufwändigen Prozess binnen kürzester gleich zwei Mal durchlaufen“, so der Vorstandsvorsitzende. Er prognostiziert existenzbedrohende Zustände für Betriebe, weil aufgrund der fehlenden Planungsgrundlage die Margen im Transportgewerbe schrumpfen könnten. Insbesondere Betriebe des Stückgutverkehrs seien bedroht. Während in diesem Bereich bislang nur der Hauptlauf von Mautkosten betroffen war, was von den Stückgutkosten rund 1 Viertel ausmachte, werden mit der Ausweitung auf sämtliche Bundestraßen auch Nahverkehrsfahrzeuge belastet, welche stattdessen auf rund 40 Prozent des Stückgutgeschäfts kommen. Für Endverbraucher resultieren daraus steigende Preise bei Onlinebestellungen. Eschborn fügt hinzu: „Und der schwarze Peter wird wieder mal der Transportbranche zugeschoben.“

Landstraßen stärker belastet

Das Ergebnis der Maut-Ausweitung dürfte sein, dass der Zulieferverkehr verstärkt auf Landstraßen ausweicht, um den Gebühren zu entgehen. Alternativrouten gibt es zu den Bundesstraßen gegenüber den Autobahnen reichlich. Da sich die Fahrtzeiten bei vielen Strecken durch alternative Routen nicht nennenswert verlängern, ist diese Verhaltensweise der Zulieferer zu erwarten und der Verkehr in Städten und Dörfern wird zunehmen. Eschborn erklärt: „Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass das Image unserer Branche darunter weiter leiden wird.“ Gleichzeitig führe diese prognostizierte Verkehrsverlagerung direkt zur nächsten Restriktion: Lkw-Fahrverbote auf Landstraßen. „Das ist eine beispielslose Gängelung einer ganzen Branche. Als Transportunternehmer wirtschaftlich zu arbeiten, ist schwieriger denn je“, fügt der Elvis-Vorstand hinzu.

Auf etwa 15.000 Kilometer Autobahn und mehrspurigen Bundesfernstraßen galt die Maut bisher. Ab 1. Juli 2018 gilt die Mautpflicht auf allen Bundesstraßen, was für Lastkraftwagen ab 7,5 Tonnen circa 52.000 gebührenpflichtigen Kilometer entspricht. Rund 30.000 Unternehmen müssen nach Angaben des Maut-Betreibers Toll Collect für ihre 140.000 Lkw erstmals Gebühren zahlen. Momentan beträgt die nach Achsen-Anzahl und Schadstoffklassen der Fahrzeuge gestaffelte Straßennutzungsgebühr durchschnittlich 14 Cent pro Kilometer.

Pressemitteilung/ Bild: pixabay

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