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Amazon Fresh bedroht Lebensmittel-Einzelhandel: 40.000 Arbeitsplätze in Gefahr

Nachrichten | 26.10.2016 | | Unternehmen, Wirtschaft | Thema: , ,

Amazon könnte schon bald 40.000 Arbeitsplätze des stationären Lebensmittel-Einzelhandels gefährden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Managementberatung Oliver Wyman GmbH mit Sitz in München. Mit dem Service Amazon Fresh beliefert der Online-Versandhandelsriese seine Kunden in München und Berlin jetzt auch mit Lebensmitteln. Der Studie zufolge könnte das den Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland mittelfristig sechs bis acht Milliarden Euro Umsatz kosten. Bis zu 40.000 Arbeitsplätze des stationären Handels könnten sich ins Internetgeschäft verlagern.

Lebensmittel-Zustellung per Lastenfahrrad

Kleinfahrzeuge und Lastenfahrräder sind die gewählten Transportmittel, die Amazon für den Express-Lieferservice „Prime Now“ zur Auslieferung von Waren nutzt. Im Rahmen der Einführung dieser Dienstleistung in der deutschen Hauptstadt sowie in München, wurde Amazon Fresh eingeführt. Darüber werden Lebensmittel und Haushaltswaren bis zur Haustür zugestellt. Lebensmittel, egal ob Trockenware oder Tiefgekühltes sollen innerhalb einer Stunde beim Besteller sein. Produkte mit Kühlbedarf werden in speziellen Kühltaschen aufbewahrt. Michael Lierow, Handelsexperte bei Oliver Wyman erklärt, dass die Lebensmittelzustellung von Amazon überaus effizient gestaltet sei. Während die Ausgaben für Kleinfahrzeuge und Lastenfahrräder, die von lokalen Spediteuren stammen, bei bislang rund vier Euro pro Lieferung liegen, könnten diese Kosten auf unter einen Euro fallen, weil die Nachfrage steigt und mit den Fahrzeugen auch die üblichen Amazon-Waren transportiert werden.

Hohe Verluste für stationären Handel

Amazon Fresh steigert den Druck auf die hiesigen Lebensmittelhändler markant. Laut Oliver Wyman könnten die Vollsortimenter in Deutschland bei rund 15 Prozent ihrer Filialen aufgrund dessen Verluste einfahren. Eine Modellrechnung bestätigt, dass bereits jetzt jährlich zwischen 40 und 50 Millionen Euro Umsatz im Großraum München in den Internethandel verschoben werden könnten. Die Einbußen könnten sich sogar auf 500 Millionen Euro ausweiten, sollte Amazon einen fünfprozentigen Marktanteil für sich gewinnen. Auf den gesamten Markt in Deutschland bezogen, entspricht dies hochgerechnet sechs bis acht Milliarden Euro jährlich. Diese Summe würde laut Analyse in den kommenden Jahren vom stationären Lebensmittelhandel ins Onlinegeschäft fließen. Für Vollsortimenter ein herber Rückschlag. Bislang kann Amazon nur ein Viertel von dessen Sortiment präsentieren. Doch die wichtigsten Marken und Haushaltswaren seien bereits darunter zu finden. Konkurrenzfähig sei der Versandhändler laut Studie auch dank seiner Preise. Amazon Fresh bedroht Lebensmittel-Einzelhandel

Einzelhändler müssen reagieren

Um die Marktposition zu halten, sei seitens der Lebensmitteleinzelhändler eine schnelle Reaktion die einzige Möglichkeit. Die Empfehlung ist eindeutig: Zügiger Ausbau des Onlineangebotes und Verknüpfung aller Kanäle. Mit ihrem wertvollen Wissen über das Offline-Einkaufsverhalten ihrer Kunden, hätten die Einzelhändler einen Vorteil, den sie bei der Gestaltung von personalisierten Warenkörben aktiv nutzen sollten. Amazon macht es mit dem Dash-Button vor.

Quelle: Pressemitteilung/ Bild: pixabay

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