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| Umweltzone für Dresden nicht geplant |
04.06.10 |
Dresden (ddp-lsc). Dresden will Umweltzonen nur als letztes Mittel
gegen hohe Luftschadstoffe einführen. Es werde keinen Aktionismus und
vorerst keine Verbote geben, sagte Wirtschaftsbürgermeister Dirk
Hilbert (FDP) in einem Interview mit der Nachrichtenagentur ddp.
Stattdessen wolle die Stadt zunächst auf freiwillige Maßnahmen mit
der Wirtschaft setzen. Messungen hätten ergeben, dass Laster und
Kleintransporter die Hauptverursacher für Schadstoffe wie Stickoxide
seien.
«Die Fahrzeugflotte bei Pkw ist in den vergangenen Jahren zu einem
großen Teil modernisiert worden», sagte Hilbert. Nicht zuletzt die
Abwrackprämie habe dazu beigetragen. Dresden wolle als ersten Schritt
den Verkehr reduzieren. Das solle unter anderem über sogenannte
Job-Tickets erreicht werden. Mitarbeiter von Betrieben und
Unternehmen sollten vom Auto auf Bus und Straßenbahn umsteigen.
Außerdem solle verstärkt für Fahrgemeinschaften und das Fahrrad
geworben werden. Hilbert will zudem den Lkw-Transport, dort wo es
möglich sei, aus der Innenstadt verbannen.
Bis Mai nächsten Jahres muss die Stadt ein neues Konzept für
saubere Luft vorlegen. Hintergrund sind Auflagen der EU wegen
Grenzwertüberschreitungen in den vergangenen Jahren. Allein in den
ersten Monaten 2010 wurde der Grenzwert bei Feinstaub bis zu 29-mal
überschritten worden, sagte Hilbert. «Wir warten aber noch auf
amtliche Daten." Kommunen dürfen 35-mal im Jahr überhöhte Werte
messen.
Mit einer möglichen Umweltzone befürchtet der Wirtschaftsexperte
ein schlechtes Image der Stadt bei Touristen. Besucher würden Dresden
meiden, wenn sie «wegen fehlender Plakette ein Knöllchen erhalten».
Außerdem sei die Wirksamkeit von Umweltzonen nicht nachgewiesen.
Kommunen dürften beispielsweise Ausnahmeregelungen erteilen. Nach
Hilberts Einschätzung kann deshalb die Einhaltung von Grenzwerten
nicht konsequent verfolgt werden. |
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